5. Klasse Klassenfahrt in Baden-Württemberg: Konflikte klären und gemeinsame Stärken erkunden
Das Praxisbeispiel zeigt, wie EOS Erleben eine dreitägige Klassenfahrt einer 5. Klasse in Baden-Württemberg vorbereitete und begleitete. Im Mittelpunkt standen wiederkehrende Spannungen zwischen Mädchen und Jungen, die Wahrnehmung gegenseitiger Stärken sowie die Frage, wie positive Erfahrungen außerhalb der Schule für den Klassenalltag aufgegriffen werden können.
Ausgangslage und Rahmen
Die dreitägige Klassenfahrt im Juli 2026 brachte eine 5. Klasse mit 25 bis 30 Kindern aus Baden-Württemberg in einen bewusst außerschulischen Rahmen, um eine belastende Gruppendynamik pädagogisch zu bearbeiten.
Ausgangspunkt waren wiederkehrende Spannungen zwischen Mädchen und Jungen. Das zahlenmäßige Ungleichgewicht zwischen beiden Gruppen prägte nach den vorliegenden Angaben Teile des schulischen Miteinanders. Die Mädchen erlebten die Jungen häufig als laut, störend oder provozierend; zusätzlich wurden Äußerungen einzelner Jungen als unangemessen wahrgenommen. Die Quellen beschreiben damit keinen isolierten Streit, sondern eine wiederkehrende Trennlinie innerhalb der Klasse.
Gleichzeitig berichtete die verantwortliche Lehrperson von einer wichtigen Ressource: Bei Wanderungen, Ausflügen und anderen Aktivitäten außerhalb des Schulgebäudes fänden die Kinder häufig leichter zusammen. Die Klassenfahrt setzte daher nicht ausschließlich bei den Konflikten an. Sie knüpfte auch an Situationen an, in denen das gemeinsame Handeln bereits besser gelang.
Für EOS Erleben ergab sich daraus ein klar umrissener Auftrag. Die drei Tage einschließlich An- und Abreise sollten einen Rahmen schaffen, in dem bestehende Spannungen aufgegriffen, gegenseitige Stärken sichtbarer und gemeinsame Erfahrungen ermöglicht werden konnten. Ein konkreter Veranstaltungsort wird dabei bewusst nicht benannt; maßgeblich ist der regionale Rahmen Baden-Württemberg.
Vorbereitung
Die Vorbereitung verband die Beobachtungen und Zielvorstellungen der Lehrperson mit organisatorischen und pädagogischen Absprachen des EOS-Teams.
Im Erstgespräch schilderte die Lehrperson sowohl die konfliktbelasteten Situationen als auch die besseren Erfahrungen bei Unternehmungen außerhalb der Schule. Diese Gegenüberstellung bildete eine konkrete Arbeitsgrundlage: Die Fahrt sollte nicht lediglich Abstand vom Schulalltag bieten, sondern hilfreiche Formen des Miteinanders aufgreifen und für den späteren Alltag anschlussfähig machen.
EOS Erleben nahm die Geschlechterdynamik, den Wunsch nach gegenseitiger Anerkennung und die begrenzte Dauer in die Vorbereitung auf. In der vorgelagerten Planung wurde zudem erwogen, ob ein längerer Zeitraum für die nachhaltige Bearbeitung des Themas geeigneter wäre. Das hier dargestellte Praxisbeispiel bezieht sich verbindlich auf das tatsächlich freigegebene dreitägige Format.
Für die interne Vorbereitung wurden außerdem Material, Fahrzeug, Treffpunkt und offene organisatorische Fragen geklärt. Ein ergänzendes Telefonat war vorgesehen, damit das Team vor Beginn über Einsatzmittel und Abläufe abgestimmt war. Anforderungen an die Verpflegung waren ebenfalls vermerkt. Eine gesonderte Vorbereitung durch Familien ist in den Quellen nicht dokumentiert und wird deshalb nicht ergänzt.
Pädagogische Ziele
Pädagogisches Hauptziel war, die festgefahrene Gegenüberstellung von Mädchen und Jungen zu bearbeiten und den Blick der Kinder auf die Stärken ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler zu erweitern.
Für die 5. Klasse sollte erfahrbar werden, dass die Zugehörigkeit zu einer der beiden Geschlechtergruppen nicht das gesamte Miteinander bestimmen muss. Die Lehrperson verband damit den Wunsch, dass die Kinder einander differenzierter wahrnehmen und entdecken, welche Fähigkeiten andere in gemeinsame Vorhaben einbringen können.
Ein zweites Ziel betraf den Umgang mit Konflikten. Die vorhandenen Spannungen sollten weder übergangen noch durch pauschale Zuschreibungen verstärkt werden. Die dokumentierte Konfliktklärung und der demokratiepädagogische Schwerpunkt boten Ansatzpunkte, um unterschiedliche Sichtweisen in der Gruppe aufzunehmen und gemeinsames Aushandeln zum Thema zu machen.
Als weiterführende Perspektive stand der Transfer in den Schulalltag im Raum. Die bereits beobachtete größere Nähe bei Ausflügen sollte gestärkt werden. Die Quellen belegen dieses Ziel, enthalten jedoch keine langfristige Erhebung dazu, ob und in welchem Umfang es nach der Klassenfahrt erreicht wurde.
Gruppensituation
Die Klasse brachte neben deutlichen Spannungen auch eine dokumentierte Fähigkeit zum situationsabhängigen Zusammenfinden mit, sodass Konfliktbelastung und vorhandene Ressourcen gemeinsam betrachtet werden konnten.
Die Ausgangslage war durch ein starkes zahlenmäßiges Ungleichgewicht zwischen Mädchen und Jungen gekennzeichnet. Nach den Angaben aus dem Erstgespräch führte dies wiederholt zu Reibungen und zu einer Wahrnehmung der jeweils anderen Gruppe als geschlossenes Gegenüber. Für die pädagogische Begleitung war deshalb bedeutsam, nicht nur einzelne Vorfälle, sondern die zugrunde liegenden Gruppenzuschreibungen im Blick zu behalten.
Zugleich war die Klasse nicht in jeder Situation gleichermaßen getrennt. Außerhalb der Schule, insbesondere bei Wanderungen und anderen gemeinsamen Unternehmungen, wurden weniger Spannungen beobachtet. Diese Erfahrung sprach dafür, dass die Gruppendynamik veränderlich war und vom jeweiligen Rahmen sowie von der gemeinsamen Aufgabe beeinflusst wurde.
Die Vorbereitung des EOS-Teams war auf eine präsente und prozessorientierte Begleitung ausgerichtet. Wechselseitige Wertschätzung, Begegnung auf Augenhöhe, Respekt und Toleranz waren als Orientierungen dokumentiert. Damit lag der Fokus nicht auf einer schnellen Vereinheitlichung der Gruppe, sondern auf einem Umgang, der den aktuellen Bedarf der Kinder berücksichtigen sollte.
Programm und Durchführung
Der dokumentierte Programmbogen verband die Aufnahme von Wünschen und Erwartungen mit einer kooperativen Aktivität, Konfliktklärung und einem demokratiepädagogischen Schwerpunkt.
Als tatsächlich durchgeführter Baustein ist Wünsche und Erwartungen für einen Abend dokumentiert. Dieser Teil gab dem Programm einen Bezug zu den Sichtweisen der Beteiligten. Weitergehende Einzelheiten zur konkreten Moderationsform oder zu den geäußerten Inhalten enthalten die Quellen nicht.
Für einen Morgen ist die Aktivität Stierarena verzeichnet. Der interne Rückblick nennt darüber hinaus Konfliktklärung sowie das Traumhaus als Besonderheit und ordnet Letzteres der Demokratiepädagogik zu. Eine vollständige zeitliche Abfolge aller drei Tage ist nicht überliefert, weshalb aus den einzelnen Einträgen kein zusätzlicher Tagesplan konstruiert wird.
Inhaltlich passten die dokumentierten Bausteine zum vorbereiteten Auftrag: Erwartungen wurden aufgenommen, gemeinsames Handeln erhielt Raum und die vorhandenen Konflikte wurden ausdrücklich bearbeitet. EOS Erleben hielt damit am vereinbarten Schwerpunkt fest, ohne die Klassenfahrt auf ein einziges Konfliktthema zu reduzieren.
Methoden und Aktivitäten
Die Quellen belegen vier zentrale Programmelemente: Wünsche und Erwartungen, Stierarena, Konfliktklärung und das demokratiepädagogisch eingeordnete Traumhaus.
Der Baustein Wünsche und Erwartungen machte die Perspektiven der Gruppe zu einem eigenen Programmpunkt. Seine Aufnahme zeigt, dass die Teilnehmenden nicht nur Adressatinnen und Adressaten eines vorgefertigten Ablaufs waren, sondern ihre Erwartungen im Rahmen der Fahrt thematisiert wurden. Welche einzelnen Wünsche genannt oder wie sie weiterverarbeitet wurden, ist nicht dokumentiert.
Die Stierarena ist als durchgeführte Aktivität festgehalten. Die Quellen geben weder Regeln noch Aufbau oder konkreten Verlauf wieder. Deshalb lässt sich sachlich nur festhalten, dass sie Teil des Morgenprogramms war; bestimmte Lernschritte, Reaktionen der Kinder oder Ergebnisse können daraus nicht abgeleitet werden.
Die Konfliktklärung wurde im internen Feedback als Bestandteil des Programmablaufs genannt. Damit griff das EOS-Team die im Vorfeld beschriebene Gruppendynamik auch während der Durchführung auf. Über konkrete Gesprächsbeiträge oder individuelle Konfliktverläufe liegen keine freigegebenen Angaben vor.
Als Besonderheit vermerkt der Rückblick das Traumhaus beziehungsweise dessen demokratiepädagogische Einordnung. Dieser Baustein ergänzte die Konfliktbearbeitung um eine Perspektive auf gemeinsames Gestalten und Aushandeln. Weitere methodische Details werden nicht ergänzt, da sie in den veranstaltungsspezifischen Quellen nicht beschrieben sind.
Zusammenarbeit im Team
Die Teamvorbereitung schuf klare Zuständigkeiten und berücksichtigte sowohl logistische Anforderungen als auch die bevorzugten Arbeitsweisen der beteiligten Teamerinnen und Teamer.
Vor Beginn wurden Beschaffung und Transport von Fahrzeug und Material als eigene Aufgabe behandelt und abgeschlossen. Treffpunkt, Materialeinsatz und verbleibende Fragen sollten zusätzlich telefonisch abgestimmt werden. Diese Klärungen waren für das kurze Format bedeutsam, weil an drei Tagen einschließlich An- und Abreise nur begrenzte Programmzeit zur Verfügung stand.
In den internen Angaben formulierte ein Teammitglied den Bedarf nach klaren Informationen, Pausen und Humor. Zugleich wurde transparent gemacht, dass konzentrierte Arbeitsphasen möglichst nicht durch zusätzliche Organisationsfragen unterbrochen werden sollten. Als persönliche Stressstrategie war ein kurzes Zurückziehen und Durchatmen angegeben.
Pädagogisch brachte das Team eine prozessorientierte Haltung mit, die wechselseitige Wertschätzung, Respekt und Toleranz betonte. Eine vorhandene interne Zusammenfassung hob hervor, dass diese Arbeitsweise für das Konfliktthema hilfreich sein könne, zugleich aber verlässliche Kommunikationsabsprachen im Vorfeld benötige.
Im Feedback nach der Fahrt wurde kein Wunsch nach einer Verbesserung der Teamzusammenarbeit eingetragen. Besonders positiv vermerkt waren die Absprachen mit der Lehrperson und die Abstimmung mit der Gruppe. Diese Rückmeldung beschreibt die interne Wahrnehmung des EOS-Teams; sie ersetzt keine separate Befragung der Kinder oder Familien.
Pädagogische Begleitung
Die pädagogische Begleitung orientierte sich am aktuellen Gruppenbedarf und verband klare Moderation mit laufender Abstimmung zwischen EOS-Team, Lehrperson und Klasse.
Die vorbereitete Haltung des Teams war ausdrücklich prozessorientiert. Statt den Ablauf unabhängig von der Situation abzuarbeiten, sollte der aktuelle Bedarf der Teilnehmenden berücksichtigt werden. Für eine Klasse mit wiederkehrender Unruhe und konfliktbelasteten Gruppenzuschreibungen war damit ein Rahmen für situative Entscheidungen angelegt.
Während der Durchführung wurden die Absprachen mit der Lehrperson und die Abstimmung mit der Gruppe im internen Rückblick als besonders gelungen eingeschätzt. Die dokumentierte Konfliktklärung zeigt außerdem, dass die pädagogische Begleitung auf den zentralen Anlass der Fahrt einging und das Thema nicht nur in der Planung stehen blieb.
EOS Erleben trug damit vor allem durch Vorbereitung, Moderation und Koordination bei. Eine automatisiert erstellte interne Zusammenfassung hatte bereits vorab auf den Bedarf an erfahrener, präsenter Teamführung hingewiesen. Sie wird hier als Planungshinweis berücksichtigt, nicht als Beleg für eine bestimmte Wirkung.
Herausforderungen
Unruhe, ein Wechsel innerhalb der Schülergruppe und Fragen rund um die Verpflegung erschwerten die Durchführung, ohne dass das Team daraus einen grundsätzlichen Überarbeitungsbedarf für die eingesetzten Aktivitäten ableitete.
Im internen Feedback wurden generelle Unruhe und ein Schülerwechsel als Herausforderungen benannt. Nähere Umstände sind nicht dokumentiert und werden zum Schutz der Beteiligten nicht ergänzt. Für die Durchführung bedeuteten diese Punkte, dass die Abstimmung mit der Gruppe während des Programms besondere Aufmerksamkeit erforderte.
Auch die Verpflegung wurde im Zusammenhang mit Zucker und wenig sättigenden Kohlenhydraten kritisch erwähnt. Bereits in der Vorbereitung waren besondere Verpflegungsanforderungen vermerkt worden. Die Quellen halten diese Beobachtungen fest, enthalten jedoch weder eine ausführliche Auswertung noch eine konkrete Empfehlung für künftige Fahrten.
Trotz dieser Schwierigkeiten wurde im Feedback kein bestimmter Workshop genannt, der überarbeitet werden müsse. Ebenso gab das Team keinen konkreten Verbesserungswunsch für die interne Zusammenarbeit oder an das Büro weiter. Das lässt sich als damalige Einschätzung der Beteiligten festhalten, erlaubt aber keine pauschale Aussage über einen vollständig störungsfreien Ablauf.
Feedback
Der interne Rückblick bewertet vor allem Absprachen, Gruppenorientierung und organisatorische Rückgabe positiv; belastbare numerische Bewertungen oder externes Teilnehmendenfeedback sind dagegen nicht dokumentiert.
Als besonders gut wurden die Abstimmungen mit der Lehrperson und mit der Gruppe hervorgehoben. Für den Programmablauf nennt der Rückblick Konfliktklärung und das demokratiepädagogisch eingeordnete Traumhaus. Damit bestätigt das interne Feedback, dass zentrale Punkte aus der Vorbereitung in der tatsächlichen Durchführung aufgegriffen wurden.
Das Material wurde nach der Fahrt in einem sehr guten Zustand beschrieben. Für das genutzte Carsharing-Fahrzeug wurden keine Probleme vermerkt, und die ordnungsgemäße Rückgabe von Material und Fahrzeug wurde bestätigt. Beim Moderationskoffer blieb lediglich der Hinweis, dessen Bestand zu überprüfen.
Der Feedbackbogen enthielt zwar Fragen zur Qualität der Vorinformationen, zur Durchführung, zur Zusammenarbeit, zur Eignung des Ortes, zur Zufriedenheit der Kundschaft und zur Erreichbarkeit des Büros. In den bereinigten Quellen sind dazu jedoch keine ausgefüllten Skalenwerte überliefert. Eine numerische Bewertung oder eine Rangfolge einzelner Aspekte wäre daher nicht quellenbasiert.
Auch direkte Rückmeldungen der Kinder, der Familien oder eine ausführliche abschließende Bewertung der Lehrperson liegen nicht vor. Die positive Einordnung bleibt deshalb bewusst auf die dokumentierten internen Beobachtungen beschränkt. EOS Erleben kann daraus konkrete Hinweise zu Abstimmung, Materialkontrolle und Verpflegung ableiten, nicht aber eine umfassende Wirkungsbewertung.
Wirkung und Transfer
Der angestrebte Transfer bestand darin, das bei außerschulischen Aktivitäten beobachtete bessere Zusammenfinden als Bezugspunkt für den späteren Klassenalltag nutzbar zu machen.
Die Lehrperson hatte bereits vor der Fahrt beobachtet, dass sich die Kinder bei Wanderungen und anderen Unternehmungen außerhalb der Schule leichter miteinander verbinden. Die Klassenfahrt der 5. Klasse griff genau diese Erfahrung auf: Der veränderte Rahmen sollte Gelegenheit geben, andere Seiten der Mitschülerinnen und Mitschüler wahrzunehmen und gemeinsame Stärken zu entdecken.
Mit der Aufnahme von Erwartungen, einer gemeinsamen Aktivität, Konfliktklärung und Demokratiepädagogik setzte EOS Erleben mehrere inhaltlich passende Bezugspunkte. Sie konnten das Anliegen der Lehrperson unterstützen, die festgefahrene Gegenüberstellung von Mädchen und Jungen nicht als unveränderlich zu behandeln. Welche Vereinbarungen oder Routinen anschließend in der Schule übernommen wurden, ist nicht dokumentiert.
Das Praxisbeispiel zeigt daher vor allem einen nachvollziehbaren pädagogischen Prozess: Eine konkrete Gruppendynamik wurde im Erstgespräch benannt, in die Team- und Programmvorbereitung aufgenommen und während der Fahrt durch dokumentierte Bausteine bearbeitet. Eine langfristige Veränderung der Klassengemeinschaft wird ausdrücklich nicht behauptet, da hierzu keine Nachbefragung oder spätere Beobachtung vorliegt.
